++++++ Online - Magazin für Kommunikaton, Lebensstil und Individualität ++++++
Leserbriefe/Gästebuch Leserumfrage Ego-Links Archiv Newsletter bestellen Impressum Kontakt FAQ
philosophische Streifzüge
serien
  design by
lexaart.de
©berlinx.de
Klaus-D. Berlin
written by
Dr. Frank Naumann
Bücher von Ego-net.de:
Informieren Sie sich hier
Frank Naumann: Die Kunst des Streitens   Frank Naumann: Kleiner Machiavelli für Überlebenskünstler      Ego-net Buch
 

zur Druckversion

Boris und Britney – mehr als Schall und Rauch
Wie Namen die Attraktivität beeinflussen

Nicht nur das Aussehen, die Stimme und das Auftreten – auch der Name bestimmt, wie attraktiv Männer und Frauen wirken.

Ein Name scheint etwas Willkürliches zu sein. Ob ein Junge Boris oder Klaus heißt, ist eine Entscheidung seiner Eltern, die an seinem Aussehen und seinem Charakter nichts ändert. Und auch die blonden Haare und das Lächeln einer Petra bleiben erhalten, selbst wenn sie lieber wie ihr Popidol Anastacia heißen würde.

Der Klang eines schönen Namens kann faszinieren. Manchmal steckt dahinter eine Mode. Vor 50 Jahren, in den Zeiten des kalten Krieges, klang „Boris“ nach hinterster Taiga und politisch verdächtig. Seit Boris Becker ist es einer der beliebtesten Jungennamen. Doch hinter dem Klang steckt mehr. Vergleichen Sie „Robert“ mit „Robbie“. Selbst wenn Sie nicht wüssten, dass im Englischen mit der Endung –ie eine Verkleinerungsform gebildet wird, wirkt „Robbie“ niedlicher als „Robert“.

Dafür gibt es einen Grund. Bei hellen Vokalen wie „e“ und „i“ befindet sich die Zunge im vorderen Teil des Mundes in einer höheren Position als bei dunklen Vokalen wie „a“, „o“ und „u“. In der ersten Position verstärkt die Zunge höhere Frequenzen, in der zweiten tiefe. Man bezeichnet deshalb in der Technik einen Lautsprecher für hohe Töne als Tweeter (heller i-Laut), für tiefe Töne als Woofer (dunkler u-Laut). Hohe Frequenzen erinnern an weibliche Stimmen, tiefe an männliche. Damit ist „Klaus“ (dunkle Vokale) ein typisch männlicher, „Jenny“ (helle Vokale) ein typisch weiblicher Name. Der androgynen Computerspielheldin Lara Croft gaben ihre Schöpfer absichtlich einen Namen, der nur aus dunklen, männlichen Vokalen besteht.

Attraktivität ist aber mehr als Typisch-sein. Attraktiv wirkt auf mich, wer die Distanz zu mir überbrückt. Wie sich das auf Namen auswirkt, hat die Forscherin Amy Perfors vom berühmten MIT (Massachusetts Institute of Technology) im amerikanischen Cambridge untersucht. Sie stellte Fotos von Männern und Frauen ins Internet und ließ sie nach ihrer Attraktivität bewerten. Eine Weile später stellte sie die gleichen Fotos noch einmal ins Netz, diesmal aber mit anderen Namen versehen. Man sollte es nicht glauben – die geänderten Namen veränderten auch die Attraktivität der Fotografierten.

Ihre Auswertung ergab: Eine Frau bevorzugt Männernamen mit hellem Klang. Wie männlich der Typ aussah, konnte sie auf dem Foto sehen. Würde er aber auch treu und zuverlässig sein oder nur ein Macho, der ein schnelles Abenteuer sucht? Da jeder andere Anhaltspunkt fehlte, um diese Frage zu beantworten, ließ sich die Frau unbewusst vom Klang des Namens leiten. Helle Vokale wie in „Peter“ oder „Ben“ suggerierten ihr Eigenschaften und Gefühle bei dem Mann, die sie von sich selbst kannte. Bei dunklen Vokalen wie in „Robert“ oder „John“ ging sie innerlich aus Distanz.

Dagegen ist schon lange bekannt, dass Männer selbstbewusste Frauen schätzen. Eine solche Frau für sich zu gewinnen, schmeichelt dem männlichen Ego. Männer bevorzugen daher Frauen mit voll und rund klingendem Namen. „Madonna“ käme bei ihnen wahrscheinlich besser an als „Britney“. Das entspricht auch dem Image der beiden Sängerinnen: Madonna wirkt kämpferischer und androgyner als Britney Spears.

Die Tendenz zur Angleichung der Geschlechter, die wir seit einigen Jahren beobachten, spiegelt sich auch in der Namensgebung wider. Eltern bevorzugen heutzutage Namen, die helle und dunkle Vokale mischen, also Boris, Justin oder Alexander für die Jungs, Jeanette, Mandy oder Gina für Mädchen.

Die psychologische Wirkung von hellen und dunklen Vokalen taucht übrigens nicht nur in unserer Sprache auf und geht weit über den Unterschied von Mann und Frau hinaus. In allen Sprachen der Welt bezeichnen Wörter mit „i“ und „e“ eher kleine und nahe Dinge, „a“, „o“ und „u“ dagegen große und distanzierte Objekte. Eine „Tür“ („ü“ ist ein heller Vokal) ist zum Beispiel kleiner als ein „Tor“. Das mir nahe „Ich“ wird mit hellem Vokal geschrieben, das entfernte „Du“ mit dunklem Vokal. Ähnliches finden Sie auch in exotischen Sprachen. Wenn Sie vermuten, dass im Chinesischen ch’ing leicht und ch’ung schwer bedeutet, liegen Sie richtig.

Januar 2005 © by www.berlinx.de

zur Druckversion

In Partnerschaft mit
Amazon.de

LOVEPOINT - Liebe oder Seitensprung? - Click it

in
bis EUR Zimmer
copyright by Axel Hörnig
Dauerkrieg oder neue Verständigung?  
Am Anfang war die Frau  
Frauen reden, Männer handeln?  
Frau und Mann 2000  
Mann/Frau dringend gesucht!  
Verführung.  
Ewig währt der Seitensprung  
Zicke contra Macho  
Heulsusen und Prügelknaben  
Mimose trifft Rambo  
Sex oder Liebe  
Zärtlichkeit und Leidenschaft  
Männliche Logik und weibliche Intuition  
Mann oder Frau – wer ist gesünder?  
Für sie die Pille – für ihn die Spritze  
Führung ist gefragt  
Mit Fleiß und Ellenbogen  
Frau am Steuer  
Pubertät  
Wechseljahre und Midlifecrisis  
Das Harry-und-Sally-Syndrom  
Flirt, Anmache, Belästigung  
Der Kuß  
Aphrodisiaka  
Orgasmus  
„Das kannst du sowieso nicht verstehen!“  
Wochenendehen und andere Fernbeziehungen  
Naschkatze und Fleischwolf  
Frauenmangel und Männerüberschuß  
Geschlechtshormone und Altern  
Nähe und Distanz  
Lüge und Täuschung  
Geheimnisse  
Romeo und Julia forever!  
Heiraten  
Flirten  
Liebe online  
Methusalem ist weiblich  
Blitzschlag und Hornissenstich  
Haare  
Machtspiele  
Weshalb Frauen anders ticken und Männer nicht wissen wollen, warum  
Wenn Frauen Fußball spielen und Männer Ballett tanzen  
Frauen kichern, Männer grölen  
Herrenwitze und Weiberspott  
Körpersprache von Frauen und Männern  
Frühlingsflirt  
Pokerface und Dauerlächeln  
Romantik oder Action  
Androgyn  
Wozu sind Männer da?  
Brummen und Säuseln  
Boris und Britney – mehr als Schall und Rauch  
Drei Väter braucht das Kind  
Starke Herzen sind weiblich  
Sind Männer klug und Frauen raffiniert?  
Angriffsziel Liebe (I)  
Angriffsziel Liebe (II)  
Hengst besteigt Luder  
Wer Männer und Frauen begehrt  
One-Night-Stand  
Träume und der kleine Unterschied  
Lustvoll streiten  
Der Frost-Faktor  
Schnarchen  
Als Paar übereinstimmen  
Anbaggern für Profis  
Sich verlieben  
Die magische 13  
Schönheit  
Schönheitsoperationen  
Der Duft der Liebe  
Statussymbole  
Geschenke für die Liebsten  
Ist Aberglaube weiblich?  
Multikulti Paare  
Das Kleider-Paradox  
Der weibliche Schuhtick  
Männer überzeugen  
Frauen überzeugen  
Haare oder glatt wie ein Popo  
Wie der Sex heiß bleibt  
Beziehungsterror  
Sex-Appeal  
Der Quassel­strippen-Mythos  
Die verwirrende Welt des Sex  
Allein unter Männern  
Große Kerle bevor­zugt  
Sex-Tempera­mente  
Gleich­berech­tigung in der Sprache  
Idealtyp gesucht  
Die Weichei-Falle  
Lockruf für ihn, Kom­pliment für sie  
Achtsamkeit  
Männer im Vorteil?  
Sind Frauen geheim­nis­voll?  
Der Kavaliers­effekt  
Pullover ausziehen  
Die Liebes­konkurrenz  
Rot macht Männer sexy  
Verlieben für Fortgeschrittene  
Warum macht Liebe blind?  
Trennungen  
Warum Frauen Kerzenlicht lieben  
zum Seitenanfang zur Startseite Archiv Newsletter bestellen Impressum Kontakt FAQ
 
zurück zur Startseite