Als
Mediziner einen Zusammenhang zwischen Bräunen und Anstieg
der Hautkrebsrate nachwiesen, war es vorbei mit dem unbeschwerten
Aalen im Sonnenlicht. Dabei hieß es einst, ohne Sonne
kein Vitamin D und ohne Vitamin D keine festen Knochen und
kein starkes Immunsystem! Aber in letzter Zeit bringen neue
Untersuchungen die Warnungen ins Wanken.
Der amerikanische Forscher William
Grant analysierte Krebsstatistiken aus den Jahren 1970 bis
1994 und stellte fest, daß 3000 US-Bürger zusätzlich
an Hautkrebs sterben würden, wenn in allen Bundesstaaten
die Sonne so stark brennen würde wie in Kalifornien.
Aber und das ist die große Überraschung
zugleich würden 30 000 Menschen am Leben bleiben,
die heute an anderen Krebsarten sterben. Anders ausgedrückt:
Für ein zusätzliches Hautkrebsopfer werden zehn
andere Krebskranke gerettet.
Besonders wirkungsvoll schützt
Sonnenlicht vor Brustkrebs. Mangel an Sonnenlicht ist laut
William Grant an jeder vierten Brustkrebserkrankung schuld.
(Andere Faktoren sind starker Fleischkonsum und zuviel Alkohol.)
Damit ist bestätigt sich,
was wir schon lange wissen. Am gesündesten ist die
Balance. Schon bei kleinen Kindern. Wer als Kind zuviel
Sonne abbekam, hat ein höheres Hautkrebsrisiko, wer
von den Eltern vor jedem Sonnenstrahl geschützt wurde,
auch. Der Hautbräunungsmechanismus zeigt, daß
wir von der Evolution auf Anpassung an ein mäßiges
Sonnenquantum eingerichtet sind.
Wollen Sie mehr Gesundheit als
Hautschäden aus dem Sonnenlicht ziehen? Mit folgenden
Regeln sind Sie auf der sicheren Seite:
Gewöhnung. Nutzen
Sie kurze Freizeitspannen an Sonnentagen im Frühling,
um ihre Haut an das Sonnenlicht zu gewöhnen. Und wenn
es nur zehn Minuten sind. Auch wenn der Effekt zunächst
kaum zu sehen ist. der Gewinn wird nach dem ersten
längeren Sonnentag am Strand sichtbar, weil sie länger
in der Sonne bleiben können ohne sich zu verbrennen.
Verlegen Sie Ihre ersten längeren Sonnenbäder
in die Morgen- und Abendstunden, auch da bräunt die
Sonne, aber schonend. Vorbräunen im Sonnenstudio hilft
kaum. Die Röhren geben hauptsächlich das schädliche
UV-A-Licht ab, das schnell, aber leider nicht lang anhaltend
bräunt. Eine Gewöhnung an das UV-B-Licht der Sonne
erfolgt nicht. Auch Selbstbräuner sind keine Alternative.
Ihr Hautfärbemechanismus beruht auf einer Zuckerverbindung
keine echte Bräune. Es werden keine
Hautpigmente wie beim Sonnenlicht erzeugt. Folglich schützt
ihre Bräune auch nicht vor Sonnenbrand.
Sonnenschutz. Cremes
mit Lichtschutzfaktor 30 blocken knapp 97 Prozent der Strahlen
ab. Theoretisch. In der Praxis ist der Schutz durch Schwitzen,
Reibung und Aufenthalten im Wasser deutlich geringer. Nach
20 Minuten Aufenthalt im Wasser geht etwa ein Viertel des
Sonnenschutzes einer wasserfesten Creme verloren. Der Lichtschutzfaktor
kommt auch nur dann voll zum Tragen, wenn Sie für eine
Ganzkörpereincremung ein Sechstel einer 250-ml-Packung
verbrauchen. Es ist daher sinnvoll, entweder einen höheren
Lichtschutzfaktor zu verwenden dann können Sie
entsprechend sparsamer mit der Creme umgehen oder
sich kürzere Zeit in der Sonne aufzuhalten. Übrigens:
die Regel, sich 30 Minuten vorher einzucremen, gilt nicht
mehr generell. Nur die klassischen chemischen Sonnenfilter
brauchen diese Zeit, bevor sie ihre Wirksamkeit entfalten.
Einige Firmen bieten inzwischen physikalische Filter an
Mikropigmente, die sofort nach dem Auftragen Sonnenstrahlen
reflektieren. Hier gilt besonders: Wirkung nur nach dickem
Auftragen. Neue Produkte enthalten oft einen Mix aus beiden
Filtern.
Langsame Bräune.
Je schneller Ihre Haut braun wird, desto schneller verblaßt
der Effekt auch wieder. Verhindern Lichtschutzfaktoren eigentlich
die Hautbräunung? Werde ich mit Lichtschutzfaktor 18
nur 18 mal langsamer braun? Keineswegs. Lediglich in den
ersten Tagen geht es etwas langsamer, weil die sonnenbrandgefährdete
obersten Hautschicht durch die Creme unempfindlicher wird.
Ab viertem bis fünftem Tag sobald sich ein Grundstock
an Tiefenbräunung aufgebaut hat geht es mit
Sonnencreme ebenso schnell wie ohne. Und die Bräune
hält länger.
Wasser, Früchte und
Möhren. Wer ab drei Wochen vor dem Sonnenbräunen
täglich gedünstete Möhren zu sich nimmt,
versorgt sich ausreichend mit Beta-Carotin, woraus die Haut
ihre Pigmente aufbaut. Sobald Sie mit dem Sonnenbaden beginnen,
brauchen Sie Früchte, die reichlich Antioxidantien
enthalten, vor allem Vitamin C. Sie fangen die freien Radikale
ab, die bei starker Sonneneinstrahlung die Haut altern lassen.
Viel Wasser (mindestens zwei Liter täglich) wirkt der
Austrocknung der Haut entgegen. Starkes Sonnenbaden vermehrt
die Faltenbildung. Diese ist wie Forscher erst kürzlich
herausfanden jedoch ein natürlicher Schutz vor
der häufigsten Hautkrebsform, dem Basalzellkarzinom.
Menschen mit vielen Falten erkranken um 90 Prozent seltener.
Das fanden Forscher der Universität Manchester heraus.
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